Positive Bilanz und ein Abschied
Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Pinneberg – Mitgliederzahlen steigen
Pinneberg/Ellerhoop. Es war eine sehr besondere Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Pinneberg und das aus gleich mehreren Gründen: Kreisjägermeister Wolfgang Heins war in dieser Funktion nach 29 Amtsjahren zum letzten Mal an Bord, Norbert Schücking, das älteste Mitglied der KJS, hatte es sich trotz seiner 105 (!) Jahre nicht nehmen lassen, die selbst für erheblich Jüngere manchmal anstrengend sein kann, und mit 1517 wurde die magische Schwelle von 1500 Mitgliedern geknackt.
Wolfgang Heins bekam ein Wein-Paket und stehende Ovationen, Norbert Schücking ein nachträgliches Geburtstagsständchen der Jagdhornbläser und Vorsitzender Hans Wörmcke die Bestätigung für die Arbeit des Vorstandes, als er die Jahresbilanz vorstellte und für notwendige Beitragserhöhungen eine überwältigende Mehrheit bekam.
Denn vor der KJS liegen große Aufgaben, die nur durch mehr Professionalisierung bewältigt werden können. Dabei geht es nicht nur um die Modernisierung des Schießstandes mit gestiegenen personellen Anforderungen sondern um viele Aufgaben in allen jagdlichen Belangen des Naturschutzes.
Bevor die Obleute der einzelnen Bereiche ihre Rechenschaftsberichte gaben, erhielten jedoch noch die Ehrengäste das Wort. Elke Schreiber, stellvertretene Kreispräsidentin, bedankte sich für den Einsatz der Jägerinnen und Jäger ebenso wie Kreistagsmitglied Volkher Steinhaus sowie die Landtagsabgeordnete Birte Glißmann und der Bundestagsabgeordnete Daniel Kölbl. Er bekam ein „Dankeschön“ in Form von Beifall retour, als er darauf hinwies, dass unter der derzeitigen Bundesregierung der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen wurde.
Aber bei den Jägerinnen und Jägern geht es in erster Linie gar nicht ums Erlegen von Tieren, sondern um Hege und Pflege und den Naturschutz. So konnten die Obleute für Begrünung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sowie das PR-Team fürs Elbmarschenhaus erneut eine Menge Aktivitäten vorweisen. Es wurden Obstbäume gepflanzt und Saatgut für 20 Hektar Blühflächen verteilt. Mit Kindern wurden Nistkästen gebaut, spannende Ausflüge unternommen und Reviergänge gemacht. Die Betreuerinnen und Betreuer des Jägerzimmers im „Elbmarschenhaus“ standen nicht nur dort Sonntags-Ausflüglern für Fragen parat, machten Kita-Kinder schlau übers Leben in Feld und Wald, sondern gingen auch auf „Info-Tournee“ unter anderem zum Schachblumenfest in Hetlingen und dem Honigmarkt in Moorrege. Erfolge verbuchten erneut auch die Schützen bei diversen Vergleichsschießen und Meisterschaften sowie die vier Jagdhornbläser-Korps bei Wettbewerben und Konzerten.
In seinem letzten Streckenbericht wies Kreisjägermeister Wolfgang Heins unter anderem daraufhin, dass sich die Zahl der erlegten Nutria, einer sich stark vermehrenden invasiven Nagerart, noch einmal deutlich erhöht habe. Sie stieg auf 1767 Tiere, nachdem sie im Jahr zuvor noch bei knapp über 1000 und vor drei Jahren bei „nur“ 469 Exemplaren gelegen habe. Auch wurden 629 Marderhunde erlegt, die Bodenbrütern die Gelege plündern. Allerdings wurden rund 30 Exemplare weniger zur Strecke gebracht, als im Jahr zuvor. „Angesichts dieser für die Artenvielfalt unerwünscht hohen Zahlen bei invasiven Arten müssen wir auch die landeseigene Stiftung Naturschutz anprangern, die auf ihren Flächen wenig dagegen unternimmt.“
Auch Auszeichnungen standen auf der Tagesordnung DJV die Verdienstnadel in Silber für langjährige hervorragende Arbeit innerhalb der Landes- und Kreisjägerschaft erhielten Maren Cordts und Detlef Kleinwort. Verdienstnadeln in Bronze bekamen Dr. Andreas Engelke, Rainer Kuball, Hans-Jürgen Lohmann, Dirk Stoffer, Dr. Christian Schadendorf, Torsten Petersen, Hauke Pannen, Thomas Stellmacher, Thomas Kröger, Bernhard Schumacher, Hinrich Möller, Udo Sauerbrey, Jens Duwe, Sabine und Thorsten Thies, Simone Freyermuth, Ulrike Böhmer sowie Hans Wörmcke.
Blumen und Wein zum Abschied aus dem Amt: Kreisjägermeister Wolfgang Heins (links) wurde vom Vorsitzenden Hans Wörmcke die Anerkennung der gesamten Kreisjägerschaft ausgesprochen.
Gruppenbild der Silber-Nadel-Ausgezeichneten mit Kreisjägermeister und Vorsitzenden: Wolfgang Heins (von links) mit Detlef Kleinwort, Maren Cordts, KJS-Vize Dr. Christian Schadendorf und Vorsitzendem Hans Wörmcke..
Frohe Botschaft aus Berlin: Der Bundestagsabgeordnete Daniel Kölbl (CDU, links) berichtete dem KJS-Vorsitzenden Hans Wörmcke von der Zustimmung des Bundesrates zu den neuen Wolfs-Regelungen.
Jäger auch mit 105: Norbert Schücking berichtete der CDU-Landtagsabgeordneten Birte Glißmann von seiner Leidenschaft.
Veröffentlichung honorarfrei, Beleg erbeten
Kreisjägerschaft Pinneberg:
Die Kreisjägerschaft Pinneberg ist ein eingetragener Verein und Mitglied im Landesjagdverband Schleswig-Holstein.
Jäger, Jagdberechtigte und Naturliebhaber setzen sich in acht Hegeringen für das Gleichgewicht und die Vielfalt in der Natur sowie den Natur- und Artenschutz ein.
