Wildunfälle durch Zeitumstellung
Kreisjägerschaft Pinneberg warnt vor Gefahren im Straßenverkehr
Die für den 29. März anstehende Zeitumstellung macht nicht nur vielen Menschen mit ihrem Schlaf-Rhythmus zu schaffen, sie bringt auch größere Risiken für Wildunfälle mit sich. Darauf macht Olaf Tonner, stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft Pinneberg aufmerksam..
„Autofahrerinnen und -fahrer sollten jetzt besonders vorsichtig unterwegs sein: In den Monaten April und Mai passieren die meisten Wildunfälle mit Rehen. Am kritischsten ist der Zeitraum der Morgendämmerung“, erinnert Olaf Tonner. Er bittet daher in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht auf den Straßen, speziell in Waldgebieten und entlang von Wald-Feld-Kanten. Angepasste Geschwindigkeit kann dabei Leben retten: Bei Tempo 80 statt 100 verkürzt sich der Bremsweg bereits um 25 Meter..
Anlass seiner Mahnung sind Daten aus dem Tierfund-Kataster. Sie zeigen: Besonders oft kommen Rehböcke im Frühjahr unter die Räder. Jede dritte gemeldete Kollision findet im April oder Mai statt. „Unsere Zeitumstellung ist ein großer Einschnitt. Der Berufsverkehr fällt am letzten Sonntag im März von einem Tag auf den anderen wieder in die Dämmerung – die Zeit, in der viele Wildtiere besonders aktiv sind“, so Tonner. Vor allem Pflanzenfresser wie das Reh querten jetzt häufig Straßen. Nach den kargen Wintermonaten seien sie auf der Suche nach frischem Grün. .
Aber es gibt einen weiteren Grund. Olaf Tonner: „Bei den Rehböcken spielen zudem die Hormone verrückt: Im Frühjahr verteidigen sie ihr Revier gegen Kontrahenten. Geschlechtsreife einjährige Böcke werden vertrieben und müssen sich eine neue Bleibe suchen.“ Die Kreisjägerschaft wünscht sich, dass möglichst wenige Wildtiere unter die Räder kommen.
Die KJS hat zum Thema Auto und Wild im Straßenverkehr zusammengefasst:
Tipps um Wildunfälle zu vermeiden
• Vorsicht in der Dämmerung: Geschwindigkeit reduzieren entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder.
• Besonders gefährlich: Neue Straßen durch Waldgebiete und entlang von Waldrändern, da Tiere gewohnte Wege nutzen.
• Tier am Straßenrand in Sicht: abblenden, hupen, bremsen. Wenn’s eng wird: scharf bremsen und nicht ausweichen.
• Ein Tier kommt selten allein: Am Straßenrand mit Nachzüglern rechnen.
• Mit Tempo 80 statt 100 durch den Wald: Bremsweg verkürzt sich bereits um 25 Meter – das kann Leben retten.
Tipps für den Ernstfall:
• Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen, Polizei rufen.
• Achtung, Gefahr: Tote Tiere nur mit Handschuhen anfassen, Abstand halten zu lebenden Tieren.
• Wild nicht mitnehmen. Das ist Wilderei und strafbar.
• Geflüchtetes Tier unbedingt melden. So kann der Jäger mit speziell ausgebildeten Hunden das verletzte Tier leichter finden.
• Für die Versicherung: Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.
Trauriges Ende einer Straßenquerung – die KJS Pinneberg bittet rund um die Zeitumstellung um besondere Aufmerksamkeit von Autofahrerinnen und -fahrern.
Veröffentlichung honorarfrei, Beleg erbeten
Kreisjägerschaft Pinneberg:
Die Kreisjägerschaft Pinneberg ist ein eingetragener Verein und Mitglied im Landesjagdverband Schleswig-Holstein.
Jäger, Jagdberechtigte und Naturliebhaber setzen sich in acht Hegeringen für das Gleichgewicht und die Vielfalt in der Natur sowie den Natur- und Artenschutz ein.
